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Jakub Lojek
Fryderyk Chopins Balladen – romantische Klangwelten und ausgewählte Literatur zum 177. Todestag des Komponisten
Stimmen der Sehnsucht: Frédéric Chopin & Selma Meerbaum-Eisinger
Gibt es eine Verwandtschaft der Seelen, die Zeit und Raum überwindet?
Das heutige Programm führt zwei Genies zusammen, die sich nie begegnet sind und dennoch dieselbe Sprache sprechen: die Sprache einer unstillbaren Sehnsucht. Auf der einen Seite steht der polnische Komponist Frédéric Chopin (1810–1849), dessen vier Balladen zu den Gipfelwerken der Klavierliteratur zählen. Auf der anderen Seite die jung verstorbene deutschsprachige-jüdische Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger (1924–1942), deren Lyrik zu den bewegendsten Zeugnissen des 20. Jahrhunderts gehört.
So entsteht ein Abend von seltener emotionaler Dichte – ein intimer Dialog zwischen der Poesie des Wortes und der Erzählkraft der Musik. Obwohl ein ganzes Jahrhundert und die Katastrophen der europäischen Geschichte zwischen ihnen liegen, teilen beide Künstler ein identisches kreatives Zentrum: die Melancholie des Verlusts.
Chopin verließ sein geliebtes Polen und trug den Schmerz darüber zeitlebens in seinen Nocturnes, Mazurken und Balladen mit sich. Er goss das unübersetzbare polnische Lebensgefühl des Żal – einer tiefen, sehnsuchtsvollen Traurigkeit – in unsterbliche Töne. Meerbaum-Eisinger´ erlebte die brutale Zerstörung ihrer Heimat Czernowitz durch den Nationalsozialismus. Ihre Verse sind ein Aufbegehren gegen die Dunkelheit, ein Festhalten an der Schönheit einer Welt, die im Begriff war, unterzugehen.
Wenn heute Abend Chopins zerbrechliche, fließende Klavierlinien auf Zeilen wie „Ich möchte leben. Schau, das Leben ist so bunt“ treffen, entsteht ein intimer Dialog. Die Musik fängt dort an, wo die Worte der Dichterin enden.
Wir laden Sie ein, sich ganz auf dieses Wechselspiel aus Klang und Wort einzulassen – eine Hommage an die Unvergänglichkeit der Kunst und die Kraft des menschlichen Geistes.
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